Mykosenwirkung im Alltag

Pilze sind Schmarotzer. Schmarotzer siedeln nur da, wo sie Nahrung finden.


„Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles“, schon zur Zeit von Antoine Béchamp im 19.Jahrhundert. Ein Darminfekt zum Beispiel zerstört die Schleimhäute im gesamten Magen-Darm-Kanal vom Mund bis zum After. Die gesamte Flora kommt zu Schaden. Ein oder mehrere Antibiotika, meist Breitband, werden bei allen schwerwiegenden Infekten, aber auch bei leichten Erkältungen eingesetzt. Selbst spezialisierte Immunologen sind gegen diese Praxis, weil das zu immer größerer Resistenz führt. Was geschieht? Diese Praxis führt dazu, dass die für uns und unser Leben so wichtige Darmflora, die aus einem unermesslichen Heer an Bakterien besteht,  gestört oder in großen Teilen zerstört wird. Als Folge breiten sich zum Beispiel Candida-Hefen aus, die nicht den Darm übersiedeln sollten. Diese Pilze finden wir bei 98 % der gesamten Bevölkerung, so wissenschaftliche Studien.

Wenn also so gut wie alle Menschen diesem Hefepilz Heimat und Boden bieten, dann wird er wohl zur physiologischen Darmflora gehören. Diese Feststellung hat sich erst in den letzten Jahren durchgesetzt. Das war nicht immer so.

Die Behauptung, Pilze hat jeder, deshalb ist es auch keine Krankheit, ist also so nicht haltbar. Sind Pilze auf der Zunge als „Rasen“ sichtbar, sind sie auch über den gesamten nachfolgenden Darm verteilt.

 

Darmpilze bekommt man durch Süßes? Oder etwa nicht?

Nein, das ist nicht korrekt!

Korrekt ist, die Schleimhäute und damit das Abwehrsystem des Darmes werden durch andere Einflüsse wie fehlerhafte und „unsaubere“ Ernährung geschädigt. Auf dieser riesigen Schadfläche siedeln dann Pilze. Das Milieu wird geboten.

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Pilzen liegt bei etwa halbstündiger Verdopplung. Aus einer Fläche von 1 cm² (das ist nicht gerade viel) wird in 7 Stunden 1 m². Folglich ist der Darm mit einer geschätzten Fläche von 400 m² bei guten Bedingungen in 9 Stunden vollkommen durchsiedelt. Eine solche Fläche von Hefepilzen ist in der Lage, so viel Alkohol und Fusel zu produzieren, dass mühelos 0,1 bis 0,2 Promille Alkohol im Blut gemessen werden können. Nicht vorübergehend, sondern morgens, mittags, abends und nachts.

Viele Patientinnen und Patienten kennen das. Sie stehen morgens schon mit einem Katergefühl auf. Das ist nicht irgendwo in der Welt von Science-Fiction oder übertriebener Panikmache, das ist täglich gelebte Realität. Alkoholunverträglichkeit nennen das die Einen. Grundsätzliche Müdigkeit und Mürrigkeit schon morgens nennen das Andere. Begründungen dazu bieten sich immer: das Wetter, die Jahreszeit, der Beruf, die Familie. Leberwerte sind erhöht und kaum ein Therapeut schenkt Glauben, dass tatsächlich nichts getrunken wurde. „Aber Sie werden doch ein Gläschen Wein trinken, wenn Besuch kommt.“ „Ja, natürlich trinke ich dann ein Glas mit.“  Also doch Alkoholiker. Und die selbst nur leicht erhöhten Leberwerte stammen von einer sogenannten ASH, das ist eine alkoholische Fettleber. Und so viele schwangere Frauen werden des Alkoholmissbrauchs überführt, weil bei ihnen Alkohol im Blut nachgewiesen wird, selbst wenn es nur Spuren sind. Das sind Studien, von denen die untersuchten Frauen gar nichts wissen. Sie können noch so viel beteuern, dass sie peinlichst darauf achten, keinen Tropfen Alkohol zu sich zu nehmen. Ein bisschen Betrug wird sowieso unterstellt.

Wenn schon mal Darmpilze da sind, fordern diese von sich aus Süßes an, damit sie überleben können. „Ich könnte mich von Süß ernähren, aber erst seit einem Jahr, und seitdem bin ich auch so müde und erschlagen und habe so einen fiesen Geschmack, egal wie oft ich mir die Zähne putze.“ Dieses Unterzuckerungsgefühl wird von vielen Patienten genannt. Im Blutlabor oder an der Fingerkuppe ist jedoch keine Unterzuckerung nachweisbar. „Wenn ich etwas Süßes trinke oder ein Stück Schokolade esse, fühle ich mich sofort besser und leistungsfähiger“. Aber:„Ich kann doch nicht dauernd Süßes zu mir nehmen, wo soll das noch hinführen“. Und zudem ist ja bekannt, dass man durch Süßes Darmpilze bekommt. Oder etwa nicht?

Noch einmal: Das ist nicht korrekt!

Viele ältere Patienten gestehen, dass sie nachts besser schlafen, wenn sie hin und wieder einen Schluck Cola trinken, nicht light, sondern original mit Zucker.Persistierende Candida und andere Pilze durchdringen mit ihren Hyphen die Darmwandung und siedeln im gesamten Gewebe. Hautmykosen kommen selten von außen, sondern meist von innen. Eine äußere Behandlung ist sicher sinnvoll, aber ohne eine orale Antimykosetherapie nicht erfolgreich. Wiederkehrende Unterleibsmykosen sind wirkungsvoll nur über beide Wege zu eliminieren.

Welche Symptome können auf Pilzbelastungen hinweisen?

 

Müdigkeit von leicht bis unerträglich, Schlaflosigkeit, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen, Rheuma, Arthritis, Arthrose, Bechterew, Konzentrationsschwäche, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust, Mundgeruch, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Entzündung der Prostata und der weiblichen Unterleibsorgane, Impotenz, Unfruchtbarkeit, Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis, Zahnfleischentzündungen, Lockerung des gesamten Zahnhalteapparates, chronisches Asthma, chronische Allergien auf viele verschiedene so genannte Allergene, die der Umwelt, den Pflanzen, der Nahrungskette usw. zugeschrieben werden, internes oder sichtbares Zittern, Schwindel.

An Pilze sollte auch bei den zunehmenden Formen der Alterserkrankungen gedacht werden. Autoimmunerkrankungen sind häufig auf Mykosen zurückführbar. In unserer Praxis zeigt, je länger wir mit einem Antimykotikum gegen diesen Pilz vorgegangen wird, umso intensiver und häufiger sind die Behandlungserfolge.

Es ist auf keinen Fall ausreichend, dass nur die Oberflächen der Häute und Schleimhäute als Nachweis dienen. Das lässt keinen Rückschluss auf den Zustand der tiefen Gewebe zu. Genauso wenig wie ein Urintest ein verlässlicher Parameter für die so genannte Übersäuerung des Körpers bieten kann.

Ich höre im kollegialen Austausch immer wieder, dass Verzicht auf Zucker den Pilz aushungern kann. Diesen Gefallen tut uns der Pilz leider nicht. Er zieht nur umso tiefer ins Gewebe ein und „baut“ sich selbst über eine vermutete Glukoneogenese die notwendige „Kohle“ auf.

Genauso ist nachzulesen, dass das Vorliegen von Pilzen positiv zu bewerten ist, weil diese in der Lage sind, Schwermetalle zu binden. Das tun sie zwar, aber sie bleiben mit dem Schwermetall auch im Körper. Metalle sind dann immer noch toxisch und sollten zusammen mit den Pilzen ausgeleitet werden.

Als natürliche Unterstützung gegen Pilze werden Olivenblattextrakte, Niembaumöl, Grapefruitkernextrakte, Knoblauch, Oreganum und viele andere Stoffe eingesetzt. Aus langjähriger Erfahrung mit allen möglichen Stoffen baut unsere Praxis auf Nystakur von Vitafolia. Es ist ein bewährtes Antibiotikum gegen Pilze (Hefen und Aspergillus).

In diesem Kombimittel wird Nystatin zusammen mit anderen homöopathischen Mitteln verabreicht, damit sich defekte Schleimhäute sofort regenerieren können. Das macht Vitafolia® Nystakur® einzigartig. In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich Pilze häufig zusammen mit anderen Magen-Darm-Keimen zeigen, die sehr gut auf Borax, Zink und Selen reagieren. Löwenzahn und Goldrute führen die entstehenden Gifte über Leber und Nieren ab. Echinacea und Thuja stärken das Immunsystem und helfen mit Vitamin A bei der Regeneration des gesamten Organismus.

Zusätzlich werden zwei weitere Komposita eingesetzt:  Metall  und Carduus von Vitafolia.

Das erste Mittel mit Mercurius D18, Cadmium D18, Plumbum D18, Palladium D18 und Natrium selenosum D4 zur gleichzeitigen Ausleitung von Schwermetallen, die im Zusammenhang mit Mykosen gehäuft gefunden werden. Das zweite Mittel wird erfolgreich eingesetzt, um es dem Körper zu ermöglichen, diese zusätzliche Belastung abführen zu können.

Die Darreichungsformen und Einnahmevorschläge können im Buch Homöopathie aus der Praxis für die Praxis, das in der Kronenapotheke am Rathaus in Winterlingen zu beziehen ist oder auf der Homepage von Vitafolia nachgelesen werden.

Autor:

Heinz Trippen

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